Was sind Angststörungen?
Angst gehört grundsätzlich zu unserem Leben. Sie schützt uns vor Gefahren, macht uns aufmerksam und hilft uns, in schwierigen Situationen angemessen zu reagieren. Problematisch wird Angst dann, wenn sie dauerhaft vorhanden ist, ohne dass eine echte Gefahr besteht, oder wenn unser tägliches Leben einschränkt. Dann kann es sich um eine Angststörung handeln.
Menschen mit einer Angststörung erleben ihre Ängste intensiver und die Angst verschwindet nicht wir es normalerweise der Fall ist. Die Angst bleibt auch dann, wenn keine Bedrohung vorhanden ist. Viele Menschen mit einer Angststörung wissen, dass ihre Angst übertrieben ist, können sie jedoch nicht einfach abschalten.
Angststörungen können unabhängig vom Alter vorkommen und sich sehr unterschiedlich äußern. Manche leiden vor allem unter ständigen Sorgen und Grübeleien, andere erleben plötzliche Panikattacken oder vermeiden bestimmte Orte und Situationen aus Angst vor unangenehmen Gefühlen.
Formen sind zum Beispiel die Generalisierte Angststörung, Panikstörung, Agoraphobie, soziale Angststörung sowie verschiedene spezifische Phobien. Obwohl sich die einzelnen Angststörungen unterscheiden, haben sie eines gemeinsam: Die Angst beginnt zunehmend den Alltag zu bestimmen und schränken das Leben ein.
Typische Beschwerden sind innere Unruhe, Anspannung, Herzrasen, Schwindel, Konzentrationsprobleme, Schlafstörungen oder das ständige Gefühl, dass etwas Schlimmes passieren könnte. Zudem entwickeln Menschen dann auch das Vermeidungsverhalten und ziehen sich immer stärker aus ihrem gewohnten Leben zurück.
Ich selbst weiß, nach 20 Jahren mit einer Generalisierten Angststörung, Hypochondrie, Panikattacken und Vermeidungsverhalten, was es bedeutet, darunter zu leiden. Andererseits habe ich aber auch erfahren dürfen, und das ist die gute Nachricht ist, dass Angststörungen behandelbar sind. Einerseits gehört dazu, jedenfalls aus meinen Erfahrungen, dass wir professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Und, je mehr wir verstehen, was hinter diesen Ängsten steckt, desto leichter wird es, den Kreislauf aus Angst, Sorgen und Vermeidung zu durchbrechen. Wissen, Verständnis und die Bereitschaft, sich mit der Angst auseinanderzusetzen, können wichtige Schritte auf dem Weg zurück zu mehr Sicherheit und Lebensqualität sein.
